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Kurspreis festlegen: Die Formel mit Beispielrechnung

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Der Kurspreis wird rückwärts gerechnet, nicht geschätzt: Erreichbare Audience mal Lead-Rate mal Sales-Rate ergibt deine Kunden pro Monat; der Jahres-Zielumsatz geteilt durch die Kunden pro Jahr ergibt den Preis, den dein Kurs mindestens kosten muss. Dieser Guide rechnet die Formel an einem Beispiel komplett durch und ordnet das Ergebnis in Einmalzahlung, Raten und Abo ein.

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Dieselbe Formel als Live-Rechner: Zielumsatz, Audience und Raten eingeben — Preis, Traffic-Bedarf, Support-Last und passendes Preismodell erscheinen sofort.

Wertbasierung schlägt Kostenrechnung

Zwei Denkweisen konkurrieren bei der Preisfindung. Die Kostenbasierung addiert Aufwand: Produktionsstunden, Tools, Plattform-Abo, plus Marge. Sie fühlt sich seriös an, führt aber fast immer zu zu niedrigen Preisen — denn deine Kosten interessieren niemanden, der ein Problem gelöst haben will. Die Wertbasierung fragt stattdessen: Was ist das Ergebnis der Person wert, die den Kurs kauft? Ein Kurs, der einem Freelancer hilft, seine Preise zu verdoppeln, ist nicht deshalb 49 € wert, weil er acht Stunden Video enthält. Kosten setzen die Untergrenze (unter Selbstkosten verkauft niemand nachhaltig), der Wert setzt den Rahmen nach oben — und die Rückwärtsrechnung unten prüft, ob der Preis zu deiner Reichweite passt. Alle drei Prüfungen muss ein Preis bestehen.

Schritt 1: Zielumsatz festlegen

Starte mit der Frage, die die meisten überspringen: Was soll der Kurs pro Jahr einbringen? Nicht „möglichst viel“, sondern eine Zahl, die dein Geschäftsmodell trägt — Lebenshaltung, Rücklagen, Steuern, Reinvestition. Diese Zahl ist der Fixpunkt der gesamten Rechnung. In der Beispielrechnung dieses Guides arbeiten wir durchgehend mit 100.000 € Jahres-Zielumsatz — ein Beispielwert, kein Richtwert.

Schritt 2: Erreichbare Audience beziffern

Zähle, wie viele Menschen du pro Monat tatsächlich erreichst: E-Mail-Abonnenten, die deine Mails öffnen, plus die Social-Reichweite, die deine Inhalte wirklich sieht. Follower-Zahlen sind keine Audience — entscheidend ist, wen eine Launch-Nachricht erreichen würde. Beispielwert in diesem Guide: 5.000 erreichte Personen pro Monat.

Schritt 3: Lead- und Sales-Rate konservativ ansetzen

Die Lead-Rate ist der Anteil deiner Audience, der auf ein Angebot reagiert (Warteliste, Webinar-Anmeldung); die Sales-Rate der Anteil der Leads, der kauft. Branchen-Benchmarks dafür wirst du bei uns nicht finden — es gibt keine belastbaren, und erfundene Prozentwerte sind die häufigste Quelle geplatzter Umsatzplanungen. Wir rechnen mit konservativen Beispielwerten von 3 % Lead-Rate und 2 % Sales-Rate. Nach deinem ersten Launch ersetzt du beide durch deine gemessenen Werte — ab dann rechnet die Formel mit Fakten.

Schritt 4: Erwartete Kundenzahl berechnen

Jetzt multiplizieren: Audience × Lead-Rate × Sales-Rate = Kunden pro Monat, mal zwölf fürs Jahr.

RechenschrittBeispielrechnungErgebnis
Leads pro Monat5.000 Personen × 3 %150 Leads
Kunden pro Monat150 Leads × 2 %3 Kunden
Kunden pro Jahr3 Kunden × 12 Monate36 Kunden

Das ist der ernüchternde Teil der Formel — und ihr größter Nutzen: 5.000 erreichte Personen ergeben mit den konservativen Beispielraten nur 36 Kunden im Jahr. Wer das vor dem Launch weiß, plant anders als wer es danach erklärt bekommen muss.

Schritt 5: Kurspreis ableiten

Der letzte Rechenschritt: Zielumsatz geteilt durch Kunden pro Jahr.

Benötigter Kurspreis100.000 € ÷ 36 Kunden≈ 2.778 € pro Kurs

Im Beispiel muss der Kurs also rund 2.778 € kosten — ein High-Ticket-Preis, der ohne persönliche Sales-Gespräche kaum verkäuflich ist. Wenn das nicht zu deinem Angebot passt, hat die Formel drei Stellschrauben, und keine davon heißt „Wunschpreis eintragen“: Reichweite erhöhen, Conversion verbessern oder Zielumsatz strecken. Zur Einordnung der Gegenrechnung: Soll derselbe Kurs als Beispielrechnung 500 € kosten, brauchst du für 100.000 € Umsatz 200 Kunden im Jahr — bei denselben konservativen Raten also rund 27.800 erreichte Personen pro Monat statt 5.000.

Vergiss beim Preis die Kostenseite nicht: Die Einstiegspreise der 24 Kursplattformen mit auswertbarem Listenpreis in unserer Datenbank liegen zwischen ab 9 USD/Monat (Hobby) (Skool) und ab 150 €/Monat (Essential; skaliert nach Teilnehmerzahl, netto zzgl. USt.) (reteach) — Stand 2. Juli 2026, Details im Plattform-Vergleich. Plattform-Abo, Zahlungsgebühren und Tools gehören als Fixkosten in deine Kalkulation.

Schritt 6: Preis gegen Preismodell prüfen

Der errechnete Preis muss zu einem Verkaufsmodell passen — drei Grundmodelle stehen zur Wahl:

Faustlogik aus der Rückwärtsrechnung: Landet dein benötigter Preis im niedrigen Bereich, brauchst du Volumen und Automatisierung (siehe Evergreen-Funnel); landet er wie im Beispiel über 1.000 €, plane Sales-Gespräche ein und rechne den Call-Funnel mit dem Funnel-Rechner durch. Der Kurspreis-Rechner ordnet dein Ergebnis automatisch einem der drei Modelle zu.

Häufige Fragen

Wie berechne ich den Preis für meinen Online-Kurs?

Rückwärts vom Ziel statt vorwärts von den Kosten: Erreichbare Audience mal Lead-Rate mal Sales-Rate ergibt die erwarteten Kunden pro Monat, mal zwölf pro Jahr; der Jahres-Zielumsatz geteilt durch diese Kundenzahl ist der nötige Kurspreis. Mit konservativen Beispielwerten von 3 % Lead- und 2 % Sales-Rate ergeben 5.000 erreichte Personen und 100.000 € Ziel einen Preis von rund 2.778 € — der Kurspreis-Rechner rechnet das live mit deinen Zahlen.

Welche Conversion-Rates sind realistisch?

Dafür veröffentlichen wir bewusst keine Benchmarks — Lead- und Sales-Raten hängen von Nische, Angebot, Preis und Vertrauensaufbau ab und streuen enorm. Arbeite mit konservativen Beispielwerten (im Guide: 3 % Lead-, 2 % Sales-Rate), miss nach dem ersten Launch deine eigenen Raten und rechne ab dann nur noch damit.

Welche laufenden Kosten muss ich in den Kurspreis einrechnen?

Mindestens das Plattform-Abo, Zahlungsgebühren und deine Tools: Die Einstiegspreise der 24 Kursplattformen mit auswertbarem Listenpreis in unserer Datenbank reichen von ab 9 USD/Monat (Hobby) (Skool) bis ab 150 €/Monat (Essential; skaliert nach Teilnehmerzahl, netto zzgl. USt.) (reteach), Stand 2. Juli 2026. Dazu kommen je nach Setup E-Mail-Tool, Webinar-Software und Transaktionsgebühren des Zahlungsanbieters — alle Posten mit Quellen in unseren Verzeichnissen.